Diese Seite ist hauptsächlich aus meiner Begeisterung für Formeln entstanden. Die Daten beruhen auf Publikationen über Gewicht und Größe von Tieren in ihrem natürlichen Biotop. Selbstverständlich sollte für uns Schildkrötenhalter das Wachstum der Tiere im Biotop eine wichtige Richtgröße sein, aber eins-zu-eins übertragen lässt es sich nicht.
Alle Formeln, Berechnungen und Graphen hier stellen also vielmehr eine mathematische Spielerei dar, und sind keinesfalls als Beurteilung geeignet, ob ein Tier zu schnell oder zu langsam wächst, oder ob es „Idealgewicht“ hat. Diese Einschätzung sollte ein langjähriger Halter, erfahrener Züchter und oder ein schildkrötenkundiger Tierarzt übernehmen!
In der Biologie / Mathematik verwendet man zur Beschreibung des Wachstums verschiedene Formeln. Beim Längenwachstum von Schildkröten kommt meist die Wachstumsformel nach van Bertalanffy zum Einsatz.
Das Wachstum gehorcht dabei einer exponentiellen Funktion mit Grenzwert. Das Tier hört nie auf zu wachsen, wächst jedoch mit zunehmendem Alter immer langsamer, so dass es eine maximal mögliche Größe praktisch nie erreicht. Der Wachstumskoeffizient bestimmt, wie schnell das Tier wächst. Für wildlebende Populationen gibt es einige experimentell bestimmte Werte für diesen Koeffizienten (Willemsen & Hailey, 1999 [2300] / Swingland & Stubbs, 1985). Er liegt für Männchen zwischen 0,07 und 0,15 - wobei Populationen mit einer geringeren Maximalgröße einen größeren Wachstumskoeffizienten haben.
Für die Berechnung des Gewichts in Abhängigkeit von der Größe werden hauptsächlich zwei Formeln verwendet:
Konditionsindex nach Fulton
M = K * L³
(M: Masse, L: Carapaxlänge, K: Konditions-Index)
Diese Formel wird z.B. von Pursall verwendet. Sie geht davon aus, dass das Tier vom Schlupf bis zum Erwachsenenalter die Form nicht verändert.
Pursall hat für K einen Wert zwischen 0,21-0,23 angegeben. Er unterscheidet dabei nicht zwischen Art und/oder Geschlecht.
Allometrischer Gewicht-Masse-Zusammenhang nach Le Cren
M = a * Lb
(M: Masse, L: Carapaxlänge, a: Name unbekannt, b: Allometrischer Koeffizient)
Hier handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Fulton-Formel. Diese Formel geht von allometrischem Wachstum aus - also von einer Veränderung der Form beim Wachsen.
Hier stammen viele Untersuchungen von Willemsen & Hailey [1099], die Werte für Männchen und Weibchen von testudo hermanni, testudo graeca und testudo marginata bestimmt haben (Rechner). Weicht das Gewicht der Schildkröte um weniger als 2,5% vom errechneten Gewicht ab, so ist das als normal zu beurteilen.
Außerdem gibt es noch den Jackson-Quotienten: JQ = Gewicht in g / Carapaxlänge in mm
Dieser Wert düfte aber eine nur sehr geringe Aussagekraft haben, da das Gewicht grundsätzlich proportional zum Volumen ist, und nur in einem sehr engen Gültigkeitsbereich durch eine direkte Proportionalität zur Länge angenähert werden kann.
Horst Köhler [8306] hat den Vorschlag gemacht, das Gewicht als Funktion des Produkts aus Längsumfang und Querumfang darzustellen, da hierbei die geringste Streuung der 29 ermittelten Daten auftrat.
Die Gewichtszunahme wird von Biologen/Mathematikern meist mit einer Sigmodial-Kurve (S-förmig). Dazu habe ich aber keine Parameter gefunden.
Verknüpft man jedoch den die Wachstumsformel nach Bertalanffy und die Gewicht-Größen-Relation nach Hailey/Willemsen so erhält man ebenfalls die Abhängigkeit des Gewichts vom Alter:
Dieser Gewicht/Größe/Alter-Computer beruht auf den Funktionen, die ich oben genannt habe. Nochmal der Hinweis: Nur als mathematische Spielerei, und keinesfalls um den Gesundheitszustand von Tieren zu überprüfen - dazu ist der schildkrötenkundige Tierarzt da!
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