Der Farbwiedergabewert sagt aus, wie „echt“ die Farben von Gegenständen für das menschliche Auge aussehen, wenn sie von einer Lampe beleuchtet werden. Zur Bestimmung des Farbwiedergabewerts werden acht Testfarben, die in DIN 6169 definiert sind, mit der Lampe beleuchtet, und gemessen wie stark jede einzelne dieser Farben, im Vergleich zur Beleuchtung mit einer Bezugslichtquelle, auf der CIE-Farbkarte verschoben ist (Ri=100-4,6ΔEi). Der Mittelwert der acht Ri ist der allgemeine Farbwiedergabe-Index Ra. Für Lampen mit einer Farbtemperatur unter 5000K ist die Bezugslichtquelle ein Planckscher Strahler selber Farbtemperatur, für höhere Farbtemperaturen findet ein Vergleich mit dem D65-Tageslichtspektrum statt. Der Farbwiedergabewert bezieht sich nicht, wie gelegentlich angenommen, auf das Sonnenlicht! Beispiel: Hat die Lampe ein Spektrum, das identisch mit dem der Sonne ist, so werden alle Farben realistisch wiedergegeben.Hat die Lampe dagegen ein Spektrum, dass nur aus einem sehr kleinen Linienbereich besteht, wie z.B. gelb bei der Natriumdampf-Niederdruck-Lampe, so werden alle Farben stark verzerrt. Der maximal erreichbare Farbwiedergabewert liegt bei 100. Diesen Wert erreicht definitionsgemäß das Sonnenlicht, aber auch Temperaturstrahler wie die Glühbirne reichen wegen des Vergleichs mit einem Temperaturstrahler sehr nahe an die 100 heran. Die übrigen Farbtemperaturen werden so bewertet:
| Farbwiedergabeindex | Farbwiedergabestufe | Bewertung nach DIN |
|---|---|---|
| 90-100 | 1A | sehr hoch |
| 80-90 | 1B | sehr hoch |
| 70-80 | 2A | hoch |
| 60-70 | 2B | hoch |
| 40-60 | 3 | mittel |
| 20-40 | 4 | gering |
Für die Büro- oder Arbeitsplatzbeleuchtung werden nach DIN 5035 mindestens Farbwiedergabestufe 2A empfohlen, für Krankenhäuser und Speiseräume mindestens 1B, für besonders anspruchsvolle Aufgaben (z.B. Zahnarzt). Für Reptilien ist eine allgemeine Empfehlung schwierig, da ihr Sehvermögen nicht dem unserem Vergleichbar ist. Bei genauer Prüfung des Spektrums kann eine Lampe mit schlechterem Farbwiedergabewert geeigneter sein. Auch ist der Zusammenhang „kontinuierliches Spektrum = hohe Farbwiedergabe“ nicht immer korrekt (man betrachte z.B. die Spektren der Zweibanden- und Dreibandenleuchtstoffröhren). Neben dem kontinuierlichen Spektrum erzeugt auch ein Spektrum das roten, grünen, und blauen Bereich gepeakt ist einen hohen Farbwiedergabewert.

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