Die grundsätzliche Funktionsweise einer Halogenlampe ist identisch mit der Funktionsweise der Glühbirne. Es handelt sich auch hier um einen Temperaturstrahler, der eine Weiterentwicklung der normalen Glühbirne darstellt. Um die Nachteile durch die Verdampfung des Wolframs (Schwärzung des Kolbens, Durchbrennen des Drahtes) zu reduzieren ist bei Halogenlampen dem Füllgas eine geringe Menge von Halogenen (Flour, Chlor, Brom, Jod) oder Halogenverbindungen zugesetzt. In der Glühbirne werden schnell Temperaturen erreicht, in denen die Halogen-Verbindung verdampft. Sobald die verdampften Wolfram-Atome des Glühdrahtes in die kühleren Bereiche am Rand des Glaskolbens diffundieren, gehen sie mit dem Halogenid eine chemische Verbindung ein, die eine Ablagerung am Glaskolben unmöglich macht. Bei höheren Temperaturen in der Nähe der Glühwendel bricht diese Verbindung wieder auf, und das Wolfram kann sich wieder an der Glühwendel ablagern. Dieser Wolfram-Halogenzyklus oder - da Sauerstoff grundsätzlich anwesend ist - Wolfram-Oxihalogenzyklus (mit Jod ist nur dieser Zyklus möglich, da Wolfram-Jodverbindungen nicht stabil sind) benötigt die Anwesenheit weiterer Elemente, wie Wasserstoff oder Kohlenstoff, und führt zur Ausbildung einer großen Zahl (>50) von Zwischenverbindungen. Jod wird wegen hoher Absorption und violetter Farbstichigkeit nicht eingesetzt, Flour wird wegen starker Korrosionen der Halterungen nicht eingesetzt. In den meisten Halogenglühbirnen werden Bromverbindungen verwendet. Da der Glaskolben nicht mehr geschwärzt wird, ist es möglich diesen wesentlich kleiner zu bauen. Damit erhöht sich auch die Druckfestigkeit des Glases und Füllungen mit Gasen, die die Verdampfungsgeschwindigkeit von Wolfram herabsetzen und somit die Lebensdauer erhöhen sind möglich. Durch den kompakteren Bau ergeben sich vielfältigere Einsatzmöglichkeiten, als bei den normalen Glübirnen.

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