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Rotfärbung: Sepsis vs. Durchblutung

Ich halte das ja für Selbstverständlich, aber der Sicherheit wegen hier nochmal der klare Hinweis: Wer meint anhand dieser Fotos beurteilen zu können, dass der rote Bauchpanzer seiner Schildkröte ganz sicher keine Sepsis ist, und meint sich daher den Tierarzt sparen zu können, und das Tier stirbt, ist selbst schuld.

Genauso hat aber der eine gewisse Mitveranwortung, der seinem Tier ohne Nachfragen Antibiotika spritzen lässt, die u.U. die Nieren sehr stark belasten, wenn eigetlich gar keine Sepsis vorliegt, sondern nur eine gute Durchblutung des Plastrons.

Durchblutung

Diese Schildkröte wurde in den ersten 8 Lebensjahren ohne zusätzliche Kalziumsupplementation aufgezogen. Außerdem stand außerhalb der Sommermonate, die das Tier im Freigehege verbrachte, keine UV-Versorgung zur Verfügung. Die Schildkröte hatte durch diese Haltungsform einen weichen Panzer. Eine geringere Knochendichte, und daher ein stärker durchscheinender Panzer als bei korrekt aufgezogenen Tieren ist daher sehr wahrscheinlich.

rot1.jpg rot2.jpg

(Die Rotfärbung wurde von vier verschiedenen Reptilientierärtzen als „ungefährlich“ eingestuft)

Die Rotfärbung ist teilweise noch stärker als auf den Bilder erkennbar. Sie tritt dann auf, wenn das Tier gut durchblutet ist (nach einem längeren Sonnenbad in der warmen Sonne) und verschwindet bei geringer Durchblutung (am frühen Morgen, wenn das Tier kalt ist, bei schlechtem Wetter). Die Rotfärbung lässt sich „wegdrücken“ (wie die rosane Färbung der Fingernägel).

Sepsis

Die Sepsis trat während der Winterstarre (3-5 °C, Kühlschrank) auf. Die Schildkröte wurde im Freigehege weitgehend „selbstständig“ auf die Winterstarre vorbereitet: Es wurde Futter (Agrobs) im Frühbeet angeboten, ein PAR-Strahler stand zum Sonnenbaden tagsüber zur Verfügung. Irgendwann hat die Schildkröte sich vergraben und wurde dann 2-3 Wochen später in den Kühlschrank umgesetzt.

Vermutlich durch das Futterabgebot „direkt vor der Nase“ und die lokale Wärmequelle (die natürlich nicht das Wetter ändert) hat die Schildkröte bis nahezu zum letzten aktiven Tag rohfaserreiches Futter aufgenommen, das während der Winterstarre im Darm zu faulen begann. Die Sepsis wurde erst bei beginnender Rotfärbung des Carapax bemerkt, da die Schildkröte auch nicht zum Wiegen und zur Kontrolle aus der Box genommen wurde („macht in der Natur ja auch niemand“).

Die Schildkröte war 2 Wochen in stationärer veterinärmedizischen Behandlung (Schmerzmittel, Antibiotika …).

Beim Drücken auf die roten Flecken konnte man das Blut zwischen Knochen und Horn als Gelee-artige Masse fühlen, und teilweise unter der Hornschicht etwas zur Seite schieben. Die roten Flecken verfärbten sich mit der Zeit schwarz-bläulich bevor sie verschwanden (besonders gut am linken Femoralschild zu sehen).

2 Wochen nach Einleitung der Medikamentösen Behandlung

3 Wochen

4 Wochen

6 Wochen

8 Wochen

10 Wochen

15 Wochen

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P D T J J
 
kasi/rot.txt · Zuletzt geändert: 2010/12/19 21:22 (Externe Bearbeitung)

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