Inhaltsverzeichnis

Wärme im Terrarium

Insbesondere möchte ich hier zwei Dinge aufgreifen, die in Foren immer wieder auftauchen

  1. Lampen können auf Grund der Energieerhaltung nur entweder Wärme oder Licht erzeugen
  2. Licht und Wärme sollte man trennen

Welche Wärme will man im Terrarium?

Einmal natürlich die allgemeine Lufttemperatur, zum anderen eine hohe „Strahlungstemperatur“ an Sonnenplätzen. Vor allem die zweite ist physikalisch schwierig, weil es sich dabei nicht direkt um eine messbare Temperatur handelt.

Welche Möglichkeiten gibt es, Wärme ins Terrarium zu bekommen

Physikalisch gibt es drei Arten der Wärmeübertragung: Wärmeleitung, Wärmestrahlung und Konvektion. Wärmeleitung findet bei Heizmatten, Heizkabeln, an der Oberfläche von Lampen sowie deren Vorschaltgeräten statt. Wärmestrahlung geht von allen Lampen auf und teilt sich in UV-Strahlung, sichtbare Strahlung und Infrarotstrahlung auf. HQI-Strahler und Röhren liefern einen hohen Anteil sichtbarer Strahlung, Glühbirnen und Halogenlampen einen hohen Teil Infrarotstrahlung und Heizstrahler ausschließlich Infrarotstrahlung. Die Effizienz, mit der Strahlung erzeugt wird, variiert mit dem Lampentyp. Glühbirnen sind sehr effizient und wandeln 85% der elektrischen Energie in Strahlung um bei hqi-Strahler sind es nur etwa 50-60%.

Idealisierter Fall

Im idealisierten Fall eines perfekt isolierten und (physikalisch) schwarzem (LINK) Terrarium führt jede der oben aufgeführten Heizmöglichkeiten zu der Wärme die der elektrisch aufgenommenen Leistung entspricht.Eine 70W Heizmatte wird dieselbe Menge an Wärme erzeugen, wie eine 70W Glühbirne oder ein 70W hqi Strahler oder eine 70W Leuchtstoffröhre. Lediglich die Art wie die elektrische Leistung in Wärme ungewandelt wird unterscheidet sich. Bei der Heizmatte wird in erster Linie die Heizmatte erwärmt, die ihre Wärme dann über Wärmeleitung an die Umgebung abgibt.Bei den Lampen wird aus der elektrischen Energie in viel Wärmestrahlung erzeugt, die erst bei der Absorption an den Terrarienwänden in Wärme umgewandelt wird.

Wärmeverluste im realen Terrarium

Um Heizkosten zu sparen, wäre es erstrebenswert möglichst nahe an das idealisierte Terrarium zu kommen. Wärmeleitung findet durch die Wände des Terrariums nach außen statt. Dieser Punkt lässt sich durch Isolation der Rück- und Seitenwände minimieren.

[In einem zu warmem Terrarium bieten sich natürlich andererseits über dieselben Effekte Möglichkeiten die Wärmeverluste zu erhöhen.]

Anmerkung zur Spotstrahlern (Schaffung lokaler Sonnenplätze)

Da es in den meisten Terrarien eher zu dunkel als zu hell ist, halte ich es auch trotz der geringen Effizienz von hqi-Strahlern gegenüber Glüh/Halogenstrahlern für sinnvoller hqi-Strahler als Spotstrahler zu verwenden. Hierbei braucht man etwas mehr Watt als bei einer vergleichbaren Glüh- oder Halogenbirne, hat aber den Sonnenplatz dann nicht nur warm, sondern auch hell. Das Spektrum von hqi-Strahler erzeugt erfahrungsgemäß auf einer Fläche bei 100'000 Lux etwa 40°C Oberflächentemperatur. Glüh- und Halogenbirnen dagegen erzeugen auf einer Fläche selbst bei 60°C Oberflächentemperatur nur 35'000 Lux. Beides entspricht nicht ganz der Sonnenstrahlung, bei der im Sommer über 100'000 Lux mit über 60°C Bodentemperatur zusammenfallen