Inhaltsverzeichnis

Lucky Reptile Bright Sun UV

Bei dem Strahler Bright Sun UV von Lucky Reptile handelt es sich um einen Halogenmetalldampfstrahler mit externem Vorschaltgerät, der im Gegensatz zu handelsüblichen Halogenmetalldampfstrahlern auch größere Mengen UV-Strahlung abgibt. Der Strahler kam im Sommer 2007 auf den Markt als erster UV-Strahler der auf Halogenmetalldampf-Technologie beruht und wurde damit zu Recht als „Revolution“ beworben. Die Leuchtmittel besitzen einen integrierten parabolischen Reflektor und eine normale E27 Fassung (das heißt nicht dass man sie in eine normale Lampe schrauben kann! Vorschaltgerät!!). Sie mit der Bezeichnung „Desert“ und „Jungle“ in 70 W und 50 W, und mit der Bezeichnung „Spot“ in 70W jeweils mit elektronischem und konventionellem Vorschaltgerät erhältlich. Seit Sommer 2008 ist auch eine Desert 150W Version erhältlich. Da es sich technisch „nur“ um einen Halogenmetalldampfstrahler handelt, sollte der Betrieb mit jedem EVG oder KVG möglich sein, dass für Halogenmetalldampflampen gleicher Leistung (Watt) geeignet ist. Der Hersteller empfiehlt nur den Betrieb mit den abgestimmten Vorschaltgeräten Bright Control (Pro). Als Zubehör bietet Lucky Reptile

Die Bedienungsanleitung zur Bright Sun UV kann auf der Homepage von Reptile-Food Schweiz heruntergeladen werden. Link zum PDF Für die 50W-Lampen schreibt der Hersteller einen Mindestabstand von 20cm vor, bei 70W 30 cm vor, für Spot-Strahler 50cm. Diese Mindestabstände sollten eingehalten werden, um Strahlungsschäden bei den Tieren auszuschließen! Bisher wurden durchwegs sehr positive Erfahrungen mit der Lampe berichtet, das Licht wird von den Tieren gut angenommen.

Helligkeit

Quelle: Lucky Reptile Katalog|

AbstandLux
cmDesert (50W)Jungle (50W)Desert (70W)Jungle (70W)Spot
20 cm60.00075.000
30 cm35.00046.'00067.00070.000
50 cm19.50023.'00032.00034.000100.000
70 cm 19.00016.000
100 cm 24.000

Quelle: Messungen von Michel Jetter im DGHT-Forum |Abstand|Lux||

cmDesert (70W)Jungle (70W)
30 69'000 lx68'000 lx

Quelle: eigene Messungen

AbstandLux
cmSpot (70W)Jungle (70W)Desert (70W)
10 Mon. alt
10310'700
5548'500
4291'000
40104'00041'90030'000
30 50'000
28 85'800
15 281'200

Farbwiedergabewert

Quelle: Information indirekt von Jürgen Hoch (luckyreptile) im [http://www.reptilien-forum.info/wbb3/thread.php?threadid=23914|Reptilienforum]]

Farbwiedergabewert
Desert85
Jungle70
Spot?

Lichtausbeute

Quelle: Information von Jürgen Hoch (luckyreptile) im Reptilienforum

Lichtausbeute
ca. 50 - 60 lm/W

Farbtemperatur

Quelle:Lucky Reptile Katalog

Farbtemperatur (Kelvin)
Desert6.000 K
Jungle4.000 K
Spot?

Abstrahlwinkel

Quelle: Information von Jürgen Hoch
(luckyreptile) im Reptilienforum

Abstrahlwinkel
Desert30 °
Jungle30 °
Spot6 °

Lebensdauer

Quelle: Lucky Reptile Katalog

Lebensdauer
Desert6.000 h
Jungle?
Spot?

Wärme

20cm30cm40cm50cm60cmQuelle
Bright Sun Spot26,7 → 70°C26,7 → 67,2°C26,7 → 58,8°C26,7 → 49,0°C26,7 → 43,8°CLucky Reptile Katalog
Bright Sun 70W26,7 → 60,8°C26,7 → 46,6°C26,7 → 40,2°C26,7 → 35,1°C26,7 → 33,0°CLucky Reptile Katalog
Bright Sun 50W25,9 → 52,5°C25,9 → 43,0°C25,9 → 34,8°C25,9 → 31,5°C25,9 → 29,6°CLucky Reptile Katalog
Abstand TemperaturQuelle
50 cm 30°C → 48°CMessung von Michael Jetter, Bericht im Reptilienforum
40 cm 31°C → 45 °CMessung von „Yak-Jaeger“ im Reptilienforum
40 cmSpot 70W22,5 °C → 58 °Ceigene Messungen
28 cmJungle 70W22,5 °C → 44 °Ceigene Messungen

Verhältnis UVA-Strahlung zu sichtbarer Strahlung

aus Produktangaben errechnet

LeuchtmittelUVA/Licht (µW/lm)
Desertca. 1.200
Jungleca. 1.000
Spotca. 1.600

UVA

AbstandµW/cm²Quelle
cmDesert (50W)Jungle (50W)Desert (70W)Jungle (70W)Spot
20 cm8.8007.500 Lucky Reptile Katalog
30 cm6.5004.2009.2007.800 Lucky Reptile Katalog
50 cm2.0001.4003.2002.80013.000Lucky Reptile Katalog
70 cm 1.8001.000 Lucky Reptile Katalog
100 cm 4.600Lucky Reptile Katalog
AbstandUVA µW/cm²Quelle
cmSpot (70W)Jungle (70W)Desert (70W)
10 Mon. alt
eigene Messungen
103270 eigene Messungen
551'180 eigene Messungen
421'900 eigene Messungen
402'.230630442eigene Messungen
30 790eigene Messungen
28 1'250 eigene Messungen
20 1'739eigene Messungen
15 3'850 eigene Messungen
10 5'170eigene Messungen

UVB

Achtung Derzeit sind Bright Sun Lampen mit verminderter oder fehlender UV-Leistung im Handel erhältlich, die anhand der Chargenbezeichung identifiziert werden können und mit einem Aufkleber gekennzeichnet sind, jedoch sind nicht alle Lampen der Charge betroffen Info.

AbstandµW/cm²Quelle
cmDesert (50W)Jungle (50W)Desert (70W)Jungle (70W)Spot
20 cm125100 Lucky Reptile Katalog
30 cm808013090 Lucky Reptile Katalog
50 cm28255035280Lucky Reptile Katalog
70 cm 2510 Lucky Reptile Katalog
100 cm 72Lucky Reptile Katalog
AbstandUVB µW/cm²Quelle
cmSpot (70W)Jungle (70W)Desert (70W)
10 Mon. alt
eigene Messungen
10360 eigene Messungen
55120 eigene Messungen
42470 eigene Messungen
40490280103eigene Messungen
30 185eigene Messungen
28 630451eigene Messungen
20 eigene Messungen
15 1.770 eigene Messungen
10 1394eigene Messungen

Gesamt-UV (290-390nm)

AbstandUV µW/cm²Quelle
cmDesert (70W)Jungle (70W)
30 8'4006'500 Messungen von Michel Jetter,
im DGHT-Forum
(keine Alterung nach 1000 Stunden festgestellt)

Spektrum

Spektren mit freundlicher Genehmigung von Jürgen Hoch (Lucky Reptile)

Desert

Bemerkungen:

Jungle
Spot

Verwendung alternativer Vorschaltgeräte

Aufgrund der Kosten der Originalvorschaltgeräte und Berichten über Geräuschentwicklung neigen viele Halter dazu, die Bright Sun Lampen nicht mit den Orignalvorschaltgeräten zu betreiben. Ich kann mangels belastbarer Daten keine konkreten Empfehlungen für bestimmte Vorschaltgeräte geben, möchte aber folgendes zu Bedenken geben:

Wozu dient ein Vorschaltgerät?

Das Vorschaltgerät bei einer hqi-Lampe hat zwei Aufgaben:

  1. Es begrenzt den Strom im Betrieb
  2. Es liefert eine hohe Zündspannung

Strombegrenzung Alle Gasentladungslampen haben eine negative Strom-Spannungs-Charakteristik. Bei einer normalen Glühbirne ist der elektrische Widerstand durch den Glühdraht fest vorgegeben. Bei normaler Netzspannung von Ueff=230V und Peff=60W Leistung fließt durch den Draht ein Strom Ieff=Peff/Ueff = 260mA und der Widerstand des Drahtes ist R=U/I=880Ω.
Erhöht man die Spannung, so ändert das den Widerstand nicht und es fließt einfach nur proportional mehr Strom. Bei 250V z.B. 280mA, die Leistung ist dementsprechend 70W.
Deswegen kann man Glühbirnen dimmen wenn man die angelegte Spannung ändert. Und es bedeutet auch, dass bei einer bestimmten Spannung immer ein fester - von der Lampe vorgegebener - Strom durch die Lampe fließt. Bei einer Gasentladungslampe ändert sich der Widerstand aber während des Betriebs. Je stärker der Stromfluss ist, desto geringer wird der Widerstand der Lampe, was (bei gleicher Spannung) zu einem noch höheren Strom und somit zu einem noch kleineren Widerstand führt. Betreibt man eine Gasentladungslampe an einer Quelle mit konstanter Spannung (=normale Steckdose) so steigt der Strom so weit an bis die Lampe explodiert.
Das Vorschaltgerät ist also keine Quelle mit konstanter Spannung sondern eine Quelle mit konstantem Strom, der so begrenzt wird, dass die Lampe optimal betrieben werden kann. Mehr dazu

Zündspannung Da der Widerstand der Lampe mit steigendem Stromfluss abnimmt kann man sich vorstellen, dass eine Lampe durch die kein Strom fließt einen sehr hohen Widerstand hat. Um das zu überbrücken ist ja nach Füllung der Lampe eine sehr hohe Spannung nötig. Bei HQL-Lampen reichen 230V, diese Lampen zünden an Netzspannung, bei hqi-Lampen sind dagegen 4-5kV nötig, bei Natriumdampflampen 3-4kV. Mehr dazu

Welchen Einfluss haben VG auf die Lampe?

Im Betrieb führt die Begrenzung des Stroms zu einem stabilen Betriebsstrom bei einer festen Temperatur. Die Temperatur beeinflusst den Druck im Entladungsgefäß und damit das Spektrum der Lampe (Bilder), diese Unterschiede sind bereits bei EVGs verschiedener Hersteller die für den selben Lampentyp und die selbe Leistung gedacht sind deutlich sichtbar (Messwerte). Im sichtbaren Bereich sprechen Hersteller von einer Abweichung der Farbtemperatur. Ich erwarte, dass diese Änderungen im UV Bereich stärker sind. Spannung und Strom beeinflussen zudem wie stark die Elektroden der Lampe belastet werden. Eine stärkere Belastung wirkt sich durch eine stärkere Schwärzung des Brenners und eine verkürzte Lebensdauer der Lampe aus. HQI-Lampen leuchten häufig auch bei ungeeigneten Vorschaltgeräten - wie lange und mit welcher UV-Abgabe ist nicht statistisch untersucht.

Empfehlung

Die Bright Sun Lampen sind für den Betrieb am Originalvorschaltgerät konzipiert. Das 70W Bright Control Pro scheint einen deutlich geringeren Maximalstrom zuzulassen als Vorschaltgeräte von z.B. Osram oder Philips. Bereits hier ist eine Veränderung des Spektrums, insbesondere des UV-Spektrums, und der Lebensdauer nicht auszuschließen. Keinesfalls sollten hqi-Lampen mit Vorschaltgeräten für völlig andere Leistungststufen, z.B. eine 50W Lampe mit einem 70W VG oder eine 70W Lampe mit einem 100W VG betrieben werden. Auch sollte eine hqi-Lampe niemals mit einem VG betrieben werden, das z.B: für den Betrieb von Natriumdampfhochdrucklampen gedacht ist.
Der Betrieb mit Vorschaltgeräten für HQL-Lampen scheitert glücklicherweise schon daran, dass diese Vorschaltgeräte kein Zündgerät besitzen und daher die nötige Zündspannung für hqi-Lampen nicht erreicht wird.

Meine persönlichen Erfahrungen mit den Bright Sun Strahlern von Lucky Reptile

Lucky Reptile Produkte

Zuerst einen herzlichen Dank an Michael Zimmermann von Terra-Lights der mir für Messungen die Strahler inklusive Zubehör ausgeliehen hat! Im Detail waren das

Lucky Reptile Bright Sun

* „Lucky Reptile Thermo Socket Pro - Porzellanfassung gerade“: eine Porzellanfassung mit Adapter an dem ein beiligendes Kabel mit Schalter und Netzstecker angesteckt werden kann, oder aber das Bright Control Pro Vorschaltgerät

Thermo Socket Pro
Lucky Reptile Bright Control Pro
Lucky Reptile Bright Control Pro

Beide Strahler sind sicher verpackt - allerdings fehlt eine Dämpfung, so dass Erschütterungen direkt auf die Lampe übertragen werden. Bei so schweren Lampen ist wohl auch schwierig.
Links: „Jungle“ mit geriffeltem Glas, rechts: Spotstrahler mit klarem Glaskolben.

Lucky Reptile Bright Sun

Der Anschluss der Strahler ist entsprechend einfach und „idiotensicher“. Falsch machen geht (nach meinem Ermessen ;-) ) nicht.

Alternativ-Anschluss

Um auch die „Selbstbauvariante“ vorzustellen habe ich folgende Materialien verwendet:

Ich beschreibe an dieser Stelle nur wie ich den Strahler angeschlossen habe. Es handelt sich hierbei um keine Empfehlung! Elektroanschlüsse gehören in die Hände von Fachpersonen!
Bei den Strahlern sind die Zündspannungen einige Kilovolt! Es fließen Spitzenströme etwa 1000 mA -
Ströme ab 50mA und Spannungen ab 50V gelten als lebensgefährlich! Der Anschluss eines Kabels mit Stecker an des Vorschaltgerät war relativ einfach. Kabel mit Stecker nehmen, abscheiden, Ummantelung entfernen und Spitzen der drei Leiter ab-isolieren. Für das EVG können Aderendhülsen verwendet werden, müssen aber nicht. Nur Verlöten/Verzinnen sollte man nichts. Neutralleiter (N, blau) und L-Leiter (L, braun) in die entsprechenden Klemmen am Vorschaltgerät gesteckt, den Schutzleiter (PE, gelb-grün) ebenfalls. Bei diesem Vorschaltgerät sind N und L nicht getrennt gekennzeichnet, die Polung ist also egal. Es gibt auch EVGs bei denen es nicht egal ist, in welche Richtung der Stecker in die Steckdose gesteckt wird! (Leider haben wir in Deutschland im Gegensatz zu unseren Nachbarn in der Schweiz, England, Tschechien etc. keine verpolungssicheren Steckdosen).

Vorschaltgerät anschließen

Auf dem Lucky Reptile Vorschaltgerät für die Leiter zwischen Vorschaltgerät und Lampe ein Durchmesser 0,5 mm² bis 0,75 mm² vorgeschrieben. Beim Philips-Vorschaltgerät sind es 0,75 mm² bis 2,5 mm². Diese Durchmesser orientieren sich an den Anschlüssen am EVG.

Philips EVG Schaltplan

Das Lucky-Reptile Vorschaltgerät hat ein Kabel mit zwei 1 mm² Leitern zwischen VG und Adapter, und drei 0,75 mm² Leiter zwischen VG und Steckdose. Der Thermosocket Pro hat zwei Leiter mit geschätzten mindestens 0,75 mm². Als nächstes die Keramikfassung: Aufschrauben (da ist ein kleiner Hebel im inneren der Fassung den man dazu drücken muss) und das blaue und das braune Kabel anschließen. Eine Keramikfassung isoliert, d.h. ein Schutzleiter (gelb-grün) ist nicht nötig.
Auf dem braunen Kabel (L-Leiter) liegt die Spannung an, d.h. dieses Kabel wird da angeschlossen wo man mit den Fingern am schlechtesten hinkommt: An den Fußkontakt. Das blaue Kabel kommt an den Ringkontakt. Hier gehören auf jeden Fall Aderendhülsen an die Leiter!

Vorschaltgerät anschließen
Vorschaltgerät anschließen

Der Lucky Reptile Thermo Socket war interessanterweise genau anders herum angeschlossen … ;-) Da das Lucky-Reptile EVG nicht polungssensitiv ist ist das in diesem Fall nicht schlimm. Für den Betrieb wird z.B. von Osram ein hochspannungsfestes, doppelt isolierte Kabel mit Teflon oder Silikon Mantel empfohlen. Normale Kabel halten den hohen Temperatur und Spannungsbelastungen nicht auf Dauer stand:

Keramikfassung mit durchgeschmorten „normalen“ PVC Kabeln nach mehrmonativen Betrieb einer 70W Bright Sun.
Vielen Dank für dieses Bild an „obiwuff“


Anschließend hab ich noch die beiden Leiter in die entsprechenden Steckplätze am Vorschaltgerät gesteckt. Den Schutzleiter habe ich übrig gelassen, immerhin ist er am anderen Ende ja auch nicht angeschlossen.

Vorschaltgerät anschließen

Vorbemerkung zu den Vorschaltgeräten, Leistungsaufnahme

Ich habe sowohl beide Lucky-Reptile Lampen als auch einen „normalen“ CDM-R Strahler sowohl mit Lucky-Reptile Vorschaltgerät als auch mit dem Philips-Vorschaltgerät getestet. Funktionierte alles problemlos. Beim Lucky-Reptile Vorschaltgerät war ein hohes Surren zu hören, das aber nach einer Weile leiser wurde (oder ich hatte mich daran gewöhnt). Gefühlsmäßig hat das Philips Vorschaltgerät die Lampen schneller und flackerfreier gezündet. In Foren wurde gehäuft von Störgeräuschen bei den Originalvorschaltgeräten berichtet. Scheinbar kam es bei einer Produktion zu Problemen. U.U. können Geräusche nicht nur störend, sondern auch gefährlich sein. Ich verweise dazu mangels eigenem Fachwissen auf diesen Forenbeitrag und auf die Reaktion Jürgen Hochs in einem anderen Forum und diesen Fall Die Leistungsaufnahme bei allen drei Lampen inklusive Lucky-Reptile Vorschaltgeräts betrug 69 W bis 70 W bei λ=1,00. Beim Philips Vorschaltgerät waren es jeweils 77 W bis 78 W bei λ=0,97 [0,97*77W = 75W]. Das Lucky-Reptile Vorschaltgerät betreibt die Lampen also mit geringerer Leistung! Das ist auch an der Lichtausbeute zu sehen (Messwerte bei gleichem Abstand)

Lucky ReptilePhilips
CDMR238 klx296 klx
Desert85 klx112 klx

Ob das Lucky Reptile Vorschaltgerät auf die Lucky-Reptile Lampen abgestimmt ist, und es deswegen ratsam (Stichwort: Lebensdauer) ist, diese Lampen auch nur mit diesem Vorschaltgerät zu betreiben weiß ich nicht. Eventuell verändert die höhere Leistung auch das Spektrum der Lampe, Messungen von Sanjay Joshi an Meerwasseraquaristik-HQIs legen diesen Verdacht nahe.

Messwerte Beleuchtungs-/Bestrahlungsstärke

Daten zu den verwendeten Messgeräten, sowie Vergleichsmessungen anderer Strahler und der Sonne finden sich im vollständigen Messprotokoll Spot

AbstandLichtUVAUVBUVC
cmlxµW/cm²
10310.700270600
5548.5001.18012010
4291.0001.90047020
40104.0002.23049030

Bei Betrachtung der räumlichen Verteilung der Beleuchtungsstärke fällt eine sehr inhomogene Lichtverteilung auf. Die Lichtabschattungen scheinen durch die ungleichmäßig aufgetragene Reflektorschicht des Glaskolbens zu kommen: wo kein Licht nach unten reflektiert wird, kann unten auch nichts ankommen.

Lucky Reptile
Lichtverteilung Lucky Reptile Spot
Bleuchtungsstärke Jungle

AbstandLichtUVAUVBUVC
cmlxµW/cm²
4041.90063028010
2885.800125063020
15281.2003.8501.77070
Lichtverteilung
Beleuchtungsstärke Desert 10 Monate alt

(Philips Vorschaltgerät)

AbstandLichtUVAUVBUVC
cmlxµW/cm²
4030.000 442 103 <10
3050.000 790 185 <10
20>74.000 1739 451 30
10>74.000 5170 1394 110

Im Vergleich zur neuen Bright Sun Jungel (Lucky Reptile VG) sind das:
Licht: 70%, UVA: 70%, UVB: 35%
Beachtet man, dass eine neue Bright Sun Desert höhere Werte erziehlt als eine Bright Sun Jungle, und dass die Leistung am Philips EVG generell höher ist als am Lucky Reptile EVG müssen diese Werte sicherlich um einiges nach unten korrigiert werden!

Messwerte Temperatur

gemessen mit Infrarotthermometer auf schwarzer Pappe. Spot

AbstandTemperatur
4022,5 °C → 58 °C

Jungle

AbstandTemperatur
2822,5 °C → 44 °C

Alterung

Spot

AlterLichtUVAUVBUVC
StundenlxµW/cm²
0104.0002.23049030
7104.0002.08045020
1396.2002.36055030

Jungle

AlterLichtUVAUVBUVC
StundenlxµW/cm²
0,585.8001.25063020
783.0001.48080020
13128.0001.53076030

Die Schwankung der Messwerte ist zu groß um ein eindeutiges Alterungsverhalten während der ersten Stunden feststellen zu können.

Fazit

Bright Sun UV. Was der Strahler vespricht hält er auch. 80.00-100.000 Lux erreichen die Strahler problemlos, dazu eine hohe UV-Ausbeute. In einem Abstand (30cm bzw. 40cm) in dem diese sonnenlichtähnlichen Lux-Werte erreicht werden passt auch die Temperatur. Leider sind die UV-Werte teilweise sogar etwas sehr hoch. Ich konnte mit dem verwendeten Messgeräten beim Sonnenlicht (leider nicht Juli Mittags gemessen) „UVC“-Werte von maximal 10 µW/cm² messen. Die Strahler erreichen in oben genanntem Abstand aber 20-30 µW/cm². In kleineren Abständen natürlich entsprechend mehr. Ein ausreichender Abstand zum Tier ist also empfehlenswert, auch wenn dadurch eine zusätzliche Wärmequelle nötig wird. Ich würde die Bright Sun Jungle keinesfalls näher als 35 cm zum Tier aufhängen, die Spot keinesfalls näher als 50 cm. Da laut Produktspektrum kurzwellige UVB-Strahlung vorhanden ist, sollte das Gefährdungspotential von UV-Strahlung gerade bei diesen Lampen nicht unterschätzt werden. Der UVB-Anteil liegt im empfohlenen Abstand (35 cm/50 cm) zwischen 200 µW/cm² und 300 µW/cm² was ich der Intensität der Sonnenstrahlung in Nordeurpa mittags im Sommer entspricht. Auch der UVA-Anteil ist vergleichsweise sehr hoch, was für Reptilien eventuell zu einer Farbverfälschung führen kann (in die andere Richtung als bei normalen hqi-Strahlern, die relativ gesehen zu wenig UVA haben). Die Vorteile gegenüber Mischlichtstrahlern liegt im ausgewogeneren Spektrum im sichtbaren Bereich, dem wesentlich geringerem Stromverbrauch, der deutlich höheren Lichtausbeute und dem flackerfreien Betrieb. Ich kann mir vorstellen, dass die Kombination eines Bright Sun Strahler mit einem normalen hqi Strahler (selber Strahlungskegel!) die Beleuchtung in außreichend großen Terrarien optimieren könnte